Read Vielen Dank für das Leben by Sibylle Berg Online

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Keiner erinnert sich mehr an den kalten Sommer 1966. In der kleinen, grauen Stadt im sozialistischen Teil des Landes frieren die Menschen. »Tausende hab ich hier gehabt, keine hat sich so albern betragen«, sagt die Hebamme. Ein Kind kommt auf die Welt, Pech gehabt. Toto hat kein Geschlecht; im Suff gezeugt, der Vater schon vor der Geburt abhanden gekommen, die Mutter baldKeiner erinnert sich mehr an den kalten Sommer 1966. In der kleinen, grauen Stadt im sozialistischen Teil des Landes frieren die Menschen. »Tausende hab ich hier gehabt, keine hat sich so albern betragen«, sagt die Hebamme. Ein Kind kommt auf die Welt, Pech gehabt. Toto hat kein Geschlecht; im Suff gezeugt, der Vater schon vor der Geburt abhanden gekommen, die Mutter bald danach, das Waisenhaus ein Straflager. Toto aber bleibt wie unberührt. Wie kommt's, fragt er sich, dass die Menschen so schlecht sind? Wie kommt's, dass sie dieses Leben noch schrecklicher machen, als es sowieso schon ist?Sibylle Berg erzählt die Geschichte von Toto, den der Leser nicht mehr vergisst, den er beschützen will, obwohl er weiß, dass alles noch schlimmer kommt. Toto geht über die Grenze, doch was der Sozialismus verrotten ließ, zerstört der Kapitalismus aktiv. Doch eines gibt's, was Toto kann: singen. Und dann erwacht ein Hoffnungsschimmer, als Toto Kasimir wiederbegegnet, dem alten Kameraden aus dem Waisenhaus. Sie machen sich auf nach Paris. Dort wird Toto singen.Der unverwechselbare Roman einer großen Autorin....

Title : Vielen Dank für das Leben
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ISBN : 9783446239708
Format Type : Hardcover
Number of Pages : 397 Pages
Status : Available For Download
Last checked : 21 Minutes ago!

Vielen Dank für das Leben Reviews

  • Joël
    2019-06-21 06:05

    Berg schreibt gut, aber die merkwürdige Zukunftsvision, die das letzte Drittel des Buches einnimmt, hat das Buch für mich versaut. Die liest sich wie die Alpträume von konservativen Kolumnisten, die gegen "Gutmenschen" wettern. Ihre Abneigung gegenüber dem Islam ist es ihr offenbar wert, mindestens zweimal den gleichen(!) Satz zu benutzen. Das ist sehr schade, der Anfang hat mir ganz gut gefallen, aber diese überspitze zynische "Höhöhö, alle fahren mit Weidenkörbchen in die Berge um Bioeier zu kaufen während die Inder Europa einnehmen"-Zukunft ist nichts, womit ich irgendetwas anfangen könnte - ich bin mir auch nicht sicher, wie diese "Seitenhiebe" die Geschichte irgendwie bereichern.Schade.

  • Hannes
    2019-07-11 04:20

    Ich habe alles von Sibylle Berg gelesen und es hat genervt. Zum ersten Mal und dafür richtig. Genervt.

  • Anastasia
    2019-06-23 09:17

    Das ist wirklich ein manifest. Ein buch das mir auf jeden fall noch in erinnerung bleiben wird. Aber danach muss ich jetzt erstmal etwas optimistisches lesen. Außerdem lernt man einen charakter kennen den man für immer im herzen behält. Werde ich im Leben mindestens noch einmal lesen. Ganz große klasse

  • Jenny
    2019-06-25 07:01

    Trostlos geht es meist zu in Sibylle Bergs Romanen, ein Arsenal an vom Leben recht verkrüppelten, teil- oder totalentseelten Personen spaziert durch ihre Erzählungen und den Humor den diese versprühen ist so beißend als hätte man beherzt an einer Ammoniak-Flasche geschnüffelt. Erbauungsliteratur geht anders.'Vielen Dank für das Leben' macht keine Ausnahme von dieser Regel.Eine Ausnahme, wenn auch eine ganz subjektive, gab es aber schon. Ich mochte das Buch als Buch an sich (in meinem Fall: als Hörbuch), und nicht nur als Fundstelle für großartige Sätze und Einfälle die man sich in Neonfarben an die Wand pinseln wollen würde, wäre es nicht so depressionsfördernd und damit abratenswert. Während frühere Romane von ihr für mich als ganzes selten wirklich funktionierten, weil sie in ihrem, fast zur Karikatur erstarrenden Kulturpessimismus oft über das Ziel hinausschießen und ein und den selben Knopf im Leser so lange drücken bis dieser an selbiger Stelle schon fast taub geworden ist, hatte dieser einen Leim der schwer zu benennen ist. Vielleicht liegt es an der Zartheit die sich auf recht skurrile Manier manchmal ins Buch schleicht und das von Frau Berg so zelebrierte Dunkelschwarz gelegentlich auflöst, vielleicht aber auch ganz einfach daran, dass ich dieses eine Mal beim Lesen nicht meine eigene Stimme im Kopf hatte, sondern die von Gustav Peter Wöhler, der dieses Buch so fabelhaft liest, das ich verstehe dass es 2013 in der Kategorie 'Bester Interpret' ausgezeichnet wurde mit dem Deutschen Hörbuchpreis.

  • Annett
    2019-07-21 06:10

    Das Leben von Toto zu verfolgen, der/die ohne eindeutige Geschlechtsmerkmale geboren wurde, ist sehr berührend. Totos Weg durch Kinderheim in der DDR, der "Flucht" in den Westen, das Leben in Nachtclubs und immer wieder die Figur des Kasimir, der ihm/ihr eigentlich nur Böses will, obwohl Toto keiner Fliege etwas zuleider tun könnte. Dass er/sie wirklich von niemandem jemals geliebt wird, ist beklemmend, was durch die ätzende Schilderung der äusseren Verhältnisse in Ost- und West-Deutschland nur noch untermauert wird. Die Hoffnung, dass es doch noch irgendwie gut ausgehen könnte, lässt die Leserin weiterblättern, doch sie wird bis zuletzt enttäuscht.

  • Jakob Fabian
    2019-07-04 11:13

    Romanaufbau und Hauptfigur erinnern sehr an Woolfs Orlando, nur dass Woolfs Humor melancholisch und Bergs zynisch ist. Die Brutalität der und Verzweiflung an der Welt ist nur auszuhalten, weil es entwaffnend traurige Passagen gibt.Manchmal ist die Kritik an bestimmten Lebenskonzepten schon zu sehr zum Klischee geworden, als dass eine aufmerksame Kritikerin wie Berg sie bedienen sollte.

  • Chris
    2019-06-21 07:08

    Ziemlich krass, bitterböseernst und ehrlich und auch eine Warnung, wer die anderen oder aber wer wir sind sowie zu was wir alle so werden (können).

  • Alina
    2019-07-13 12:25

    3.5/5

  • Sebastian
    2019-06-25 10:18

    Ein großartiges Buch, und dennoch keines, das man mit allzu großem Vergnügen liest. Zu allgegenwärtig zieht sich dafür die Tristesse der beschriebenen Gesellschaft, des beschriebenen Lebens durch jeden einzelnen Absatz. Toto, die Hauptfigur, bleibt durchweg unberührt von allen Widrig- und Widerlichkeiten, die ihr vom Leben entgegengeworfen werden, und diese beharrliche Persistenz des Guten wirkt auf den Leser vergeblich geradezu verzweifelt machend naiv. Doch ist man gezwungen, sich zu fragen, ob man dieser Sichtweise, dass die Welt nun mal so schlecht und also Toto angesichts dessen offensichtlich im Irrtum ist, so fatalistisch anhängen möchte. Oder hat man es nicht vielmehr mit einem Beweis der Notwendigkeit der Andersartigkeit zu tun?

  • Caterina
    2019-07-03 09:23

    Endlich bin ich fertig mit dem verflixtem Buch. Abstoßend. Unnötig. Grundlos paranoid, zwar manchmal klug geschrieben.Ich gehöre nicht zu denen, die unbedingt einen Happy-Ending haben wollen, ich verstehe aber nicht, wieso dieses Buch fast ausschließlich aus abscheulichen Figuren bestehet, die wie vorprogrammierte Roboter wirken - grausam böse nur, weil sie es halt sind, und dazu geistlos. Und kann mir jemand bitte erklären, was mit den Biologielehrern eigentlich ist? War Frau Berg einmal mit einen verheiratet, oder warum werden sie schließlich zum Paradigma der idiotischen Zwecklosigkeit?

  • Frederic Valin
    2019-07-03 05:24

    Ich mag Sibylle Berg. Ich mag die harte, unerbittliche Diktion, ich mag auch die kleinen Sätze, die aus dem Text herausscheinen, ich mag ihre pessimistische Weltsicht.Einziges Problem: In "Vielen Dank für das Leben" schillern die Figuren nicht. Die naive Schafsköpfigkeit von Toto, diese reine Güte; die Bösartigkeit der anderen Figuren, die alle abstoßend schwarz in der Seele sind und nur sehr selten hilflos; das ist alles ein wenig schematisch. Es ist, als wären Figuren eines Theaterstücks in einen Roman verarbeitet worden.Trotzdem ein wunderbares Buch, mit einer wunderbar spröden Sprache.

  • Marcella
    2019-07-02 08:06

    Toto ist mit der größte Pechvogel, der mir je in der Literatur begegnet ist. Eine tragische Gestalt von der genetischen Entstehung, bis zu der erfolglosen posthumen Veröffentlichung seiner Werke. Alles überspitzt, alles kalt, alles unangenehm. Eine schwere Kost beim Lesen, eine die hängen bleibt beim Weglegen. Ich stelle mir (dystopischerweise) die DDR, welche ich nie selbst erlebt habe, genau so grau und trist vor, wie zu Beginn des Buches beschrieben. Danke Zufall, dass ich in einer anderen Zeit und in einem anderen Teil des Landes aufwachsen durfte. Die Zukunftsvision in diesem Buch erscheint mir glücklicherweise ebenfalls überspitzt negativ, darauf hoffe ich.

  • Benedikte
    2019-07-06 10:21

    "Je kunt treuren om alle mogelijkheden die je nooit hebt gehad, of je erover verheugen dat je even bent opgedoken uit het grote duister van de oneindigheid, die verder altijd heerst."Toto - geslachtsloos - wordt geboren in 1966. Sterft ettelijke decennia later. Sybille Berg brengt het wedervaren van een transgender in een snel veranderende en bijzonder hardvochtige wereld op een beklijvende manier in kaart. Het verhaal is soms wat langdradig, maar tegelijk herkenbaar en angstaanjagend goed. Angstaanjagend. Dat vooral.

  • Natali Seller
    2019-07-07 09:21

    Ich lese hier so gute Reviews.. mich hat das Buch irgendwie enorm angestrengt. Manche Dinge schreibt sie echt beeindruckend und der ernste Stil gefaellt mir. Aber die "Verpackung", die Story hat mich angestrengt. Lesenswert, aber.. ich bin im Zwiespalt.

  • Klaus
    2019-07-08 05:03

    behinderter zwitter wird sein leben lang gequaelt und kann nichts entgegensetzen, als seine angeborene arglosigkeit. grausam und erhellend.

  • Tiana
    2019-07-06 09:21

    worst book ever - sorry Claire!

  • Larizzy
    2019-07-11 04:25

    Mal wieder ein klasse Buch von Sibylle Berg, aus dem ich viel mitnehmen konnte.

  • Mashehu
    2019-07-07 08:07

    Eher 3,5 Sterne, da es zwar gut, aber ohne wirkliche Glanzlichter, geschrieben ist. Trotzdem eine schöne Geschichte. Soundtrack: Exitmusic - The Hours